Herbstwanderung 2004 Von „Hauptstadt zu Hauptstadt", der Weg war das Ziel auf der schon traditionellen Herbstwanderung des Ortsverbandes Berlin. Dafür hatten wir uns mit dem 24. Oktober den letzten sonnig-warmen und prachtvollen Sonntag im Jahr ausgewählt. Daß sich die Gruppe durch kurzfristige Absagen noch auf acht reduzierte, kann also nicht am Wetter gelegen haben. Doch während wir bei der Vorbereitung „selbstverständlich“ das schöne Wetter eingeplant hatten, wurden andere davon überrascht - der Samstag war auch wirklich ungemütlich gewesen. Uns bescherte dies wiederum eine unerwartete „Erlebnis-Gastronomie“. Aber der Reihe nach: Vom S-Bahnhof Wannsee - seit Generationen Startpunkt der Berliner ins Grüne und aufs Wasser - ging es in Richtung Stölpchensee. Wir passierten entlang des Kleinen Wannsees das Gebäude des Nationalen Olympischen Komitees - ein eher nüchterner und zweckdienlicher Bau. Da bewies das Haus des Berliner Fußballverbandes schon eher, daß wir hier in der Gegend mit den schönsten Villen Berlins waren. Eine historische Reminiszenz bot das Wohnhaus von Berlins berühmtestem Droschkenkutscher, der ob seiner Disziplin und Pünktlichkeit von seinen Kollegen den Spitznamen "Eiserner Gustav" verpaßt bekam. Als Fuhrunternehmer brachte er es in Berlin zu gewissem Wohlstand und Bekanntheitsgrat; durch eine Fahrt mit seiner Pferdekutsche von Berlin nach Paris und zurück 1928 wurde er berühmt. Natürlich fiel uns allen als erstes der Film mit Heinz Rühmann von 1958 ein. Etwas früher als geplant, erreichten wir dann das Conorde Hotel Forsthaus das mit einer Photoparade auf seine illustren Gäste aufmerksam machte. Ob auch wir ein Photo an der „Gedenktafel“ bekommen, muß offen bleiben. Gedenken wird die Bedienung diesen Tag wohl noch länger. Kurz entschlossen verlagerten wir unser Mittagessen von innen nach draußen - nicht nur das Wetter, sondern auch der von herbstlichen Bäumen gesäumte Kanal mit seinen vorbeifahrenden Schiffen lud förmlich dazu ein. Schon gut mit Speis und Trank versorgt,
konnten wir beobachten, wie sich um uns herum immer mehr Gäste sammelten. Viele gingen wieder unversorgterweise, denn das Personal war dem Ansturm nicht mehr gewachsen. Das Restaurant hatte eben nicht mit dem schönen Wetter gerechnet und nur eine reduzierte Bedienung. Doch zumindest unser jüngster zweijähriger Wanderer „kümmerte“ sich um die Gäste. Die wollten ihn auch gar nicht mehr weglassen. Doch auf uns wartete noch ein Stück Weg. Getreu unserem Motto „Von Hauptstadt zu Hauptstadt“ sagten wir Berlin ade und widmeten uns Potsdam. Auch die Reste der MAUER sahen uns vereint, denn landsmannschaftlich waren wir von Aachen bis Dresden vertreten.
Es ging es entlang des malerischen Griebnitzsees zum Schloß Babelsberg. Die Vielfalt der Villen war überwältigend, der Strom an Menschen ebenso. Das sanierte Schloß Babelsberg mit seinem schönen Park ist leider gastronomisch etwas unterversorgt. Schon von weitem sah man ratlose Gäste am Cafe vor Ort. Draußen war alles überfüllt. Unser Vorsitzender Dr. Krämer ließ sich davon nicht entmutigen, er kam, sah und überzeugte die Bedienung, uns drinnen sitzen zu lassen. Hier war es leer, denn anderen Gästen wurde bedeutet, daß drinnen nicht mehr bedient würde, „wir schaffen es nicht mehr.“ Die einzige Bedingung - unsere Bestellung selber aufzunehmen - war schnell erfüllt. Jetzt hatten wir die Gelegenheit, diesmal nicht enttäuschten Gästen zuschauen zu dürfen, sondern leicht verzweifelten Bedienungen. Doch sie schlugen sich gut. Für uns war dies der Ausklang eines schönen und gelungenen Tages.
|
|||||||
|