War der Anfang des Jahres noch dem Winterschlaf geschuldet, so ging es Anfang April wieder los: Die „Neue Synagoge“ stand auf dem Programm des OV Berlin. Sie gehört zu den schönsten Gebäuden Berlins. Das fast 140 Jahre alte jüdische Gotteshaus war einst die größte und bedeutendste Synagoge Deutschlands. Der heute abgetragene Gebetssaal der Synagoge bot 3000 Gläubigen Platz. In der Pogromnacht 1938 wurde sie in Brand gesetzt. Doch ein „beherzter Reviervorsteher“, der Chef des Polizeireviers am Hackeschen Markt, konnte die zündelnde SA zum Abzug bringen und ließ das Feuer löschen. Mit ihrer ständigen Ausstellung will die Stiftung "Neue Synagoge Berlin - Centrum Judaicum" die Geschichte des Hauses und das mit ihm verbundene Leben nachzeichnen. Die meisten Gegenstände, die etwas über das Haus erzählen könnten, wurden zerstört. Aber bei den Sicherungsarbeiten, die der Rekonstruktion der erhalten gebliebenen historischen Bausubstanz vorangingen, wurden einige architektonische Fragmente sowie Teile der Inneneinrichtung entdeckt. Der Grundriß der einstigen Hauptsynagoge ist - in Stein ausgelegt - auf der Freifläche angedeutet und läßt die Dimension des zerstörten Teils erahnen. So bleiben die Narben, die die Geschichte verursacht hat, deutlich sichtbar. Im Anschluß an die Führung klang der Sonntag in einem jüdischen Restaurant je nach Laune bei Hering und Bier oder Kaffee und Kuchen aus.
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