Ende Mai wurde es dann nochmals historisch, aber auch technisch. Der Flughafen Tempelhof stand auf der Tagesordnung. Geplant 1934, 1936 angefangen und fertiggestellt 1938 hatte er anfangs nur einen Schönheitsfehler – es landeten und starteten erst nach dem 2. Weltkrieg Flugzeuge. Bis dahin wurde das nach Bruttogeschoßfläche größte Gebäude Europas nur als Bürogebäude von wechselnden Benutzern in Anspruch genommen. Im Weltkrieg nicht zerstört, diente es Berlin als Tor zur freien Welt während der Luftbrücke. Während unser Führer 1967 dort anfing zu arbeiten, stellte sich während der Führung heraus, daß wir als Gast eine Dame in unseren Reihen hatten, die bereits 1963 – fast zu Beginn der zivilen Nutzung des Flughafens - dort eine Anstellung gefunden hatte. Von der us-amerikanischen Basketballhalle und der Bowling-Bahn unter dem Dach bis zur Heizungsanlage in den Tiefen der Keller führte unser Weg. Temperaturunterschiede von über 40 (vierzig) Grad waren dabei zu verzeichnen. Das Ende des Flughafens ist aufgrund des Baus des neuen Großflughafens in Schönefeld absehbar. Zu Beginn unfertig, wird er es wohl bis zu seiner Stillegung bleiben. So wurde in der großen Ehrenhalle schon früh eine Zwischendecke eingezogen, der obere Teil wurde als Ersatzteillager mißbraucht, wie das Bild mit unserer Gruppe zeigt.
Auch das eine oder andere Geheimnis wird bleiben. Die Wehrmacht hatte in den Kellern geheime Unterlagen eingelagert, die bei der „Öffnung“ der Tür durch die Kommunisten mittels Panzerfäusten komplett vernichtet wurden. Nicht nur die Inhalte sind deshalb unbekannt. Bis heute weiß man noch nicht einmal ansatzweise, um was es sich bei den Papieren gehandelt haben könnte.
|
|||||||
|