„Adlershof im Wandel der Zeit“ Die Auftaktveranstaltung an einem der ersten sonnigen und warmen Märztage 2007 führte uns mit 18 Personen in die deutsche Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Heute befindet sich auf 4,2 Quadratkilometern großen Gelände neben dem namensgebenden Stadtteil Berlins ein Wissenschafts-, Wirtschafts- und Medienstandort mit über 700 Firmen und 12.000 Mitarbeitern.
Auf dem ehemaligen Versuchsgelände für Luftfahrt starteten 1909 die ersten deutschen Motorflüge. Der Flughafen Johannistal wurde von den Weimarer Behörden für ihre Dienstflüge zwischen Berlin und Weimar benutzt, bis der Flughafen Tempelhof gebaut wurde. Die Aufteilung der Bundesregierung wie zwischen Berlin und Bonn ist eben doch nicht so neu. Ob der in der nähe entstehende Großflughafen Berlin-Brandenburg diese Behördenflüge auch noch sehen wird, bleibt aber abzuwarten. Nach dem 2. Weltkrieg nahm die Sowjetunion die technischen Anlagen und das „Wissen“ mit und gründete darauf ihr Raumfahrtprogramm. Die „DDR“ siedelte später ihre Akademie für Wissenschaften und ihren Medienstandort an. Heute beherbergt Adlershof den naturwissenschaftlichen Campus der Humboldt-Universität zu Berlin mit 6.300 Studenten. Nicht ganz freiwillig – die Widerstände waren anfangs groß, die Entfernung schien den Professoren und Studenten anfangs doch unzumutbar, viele mussten sich vermutlich auch erst Stadtpläne kaufen, um in Erfahrung zu bringen, wo denn diese Gegend überhaupt lag. Heute ist dies vergessen, moderne Gebäude mit moderner Ausstattung neben High-Tech-Firmen bieten beste Bedingungen. Seit 1990 wurden in Adlershof über 1,3 Mrd. Euro investiert. Altlasten wurden beseitigt, über 30 Kilometer Straßen repariert und angelegt. Adlershof ist eine Stadt in der Stadt mit Hotels, Restaurants, Shopping-Center, Arztpraxen, Kindergärten, Golfplätze, Tennisanlagen, Cafe-Bars, Kopierläden... eben alles, was zum Leben und Arbeiten dazugehört. Moderne Technologiezentren entstanden in spektakulären Denkmalen und Neubauten. Forschung, Entwicklung und wirtschaftliche Umsetzung der Hochtechnologie von der Photonik über Mikrosystemtechnologie bis zur Bio- und Energietechnologie führten und führen zu neuen Arbeitsplätzen. Auch das Medienerbe blieb bestehen. 120 Unternehmen produzieren und senden fleißig mehr oder weniger sinnvolles. Von den „Kanzlerduellen“ bis zu „Verliebt in Berlin“ ist für jeden was dabei. Schon fast symbolisch für die wechselhafte Geschichte dieses Ortes steht der Film „Good by Lenin“.
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