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Am Sonntag, 19. Oktober 2008, lud der Berliner
Ortsverband des ATB zur traditionellen Herbstwanderung ein. Diesmal ging es
vom Griebnitzsee durch bis zum Südwestfriedhof Stahnsdorf bei Berlin und
wieder zurück. Zehn ATBer (Tübinger, Wiener, Bonner, Kölner und Berliner
ATVer) waren der Einladung gefolgt. Nach der ersten, ca 1, 5-stündigen
Etappe vom
Griebnitzsee nach Stahnsdorf kehrte man hungrig und durstig zum Mittagessen
ein. Danach ging es zur Besichtigung auf einen der größten deutschen
Friedhöfe. 1902 kaufte die Berliner Stadtsynode für die Einrichtung eines
zentralen Begräbnisplatzes in Stahnsdorf eine heute auf 206 ha angewachsene
Fläche. Sie zählt zu den größten deutschen Begräbnisstätten mit insgesamt
heute etwa 111.000 Gräbern. 1908 bis 1911 wurde eine Kapelle im Stil
mittelalterlicher, norwegischer Stabholzkirchen errichtet. Im Rahmen der
Planungen von Albert Speer wurden 1938/39 über 30.000 Umbettungen auf den
Friedhof durchgeführt.

Dadurch ergab sich eine Ansammlung monumentaler Grabmale und Mausoleen, die
sich an der Nordseite des Friedhofsgeländes befinden. Auf dem Friedhof
befinden sich u. a. die Gräber des Komponisten Engelbert Humperdinck, des
Malers Lovis Corinth, des sozialdemokratischen Politikers Rudolf
Breitscheid, des Reichsinnenministers Wilhelm Groener,
des Malers und Zeichners Heinrich Zille, des Stummfilmregisseurs Wilhelm
Murnau und des Firmengründers Werner von Siemens. Das Garnison-Grab mit
einem Hochkreuz erinnert an etwa 200 preußischen Militärs, die 1949 auf
Veranlassung des Berliner Magistrats aus der Gruft der Berliner
Garnisonskirche hierher umgebettet wurden. Im Heldenblock wird Soldaten
des Ersten und Zweiten Weltkrieges gedacht. Im Neuen Ehrenhain haben sieben
Männer ihre letzte Ruhe gefunden, die zwischen 1942 und 1944 in Plötzensee
hingerichtet wurden. Eine weitere Besonderheit des Friedhofes ist die
Tatsache, dass er in weiten Teilen aufgrund seiner Grenzlage während der
Teilung Berlins verwilderte; so entstand ein einzigartiger,
fast schauriger Wald rund um monumentale Grabsteine. Nach der zweistündigen
Besichtigung des Friedhofes kehrte man auf neuen Wegen wieder zurück zum
Griebnitzsee, wo man bei Kölsch und Kaffee den Nachmittag sehr lebendig
ausklingen ließ. |