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Schon die Voraussetzungen ließen auf eine außergewöhnliche Führung schließen: Aus Sicherheitsgründen ist die Flakturmruine im Volkspark Humboldthain nur für Besucher ab 14 Jahren möglich. Helme werden durch den Verein für Unterwelten Berlin gestellt, festes Schuhwerk wird zur Teilnahme vorausgesetzt  und warme Kleidung wird empfohlen, da die Innentemperatur auch im Sommer nur etwa 10 Grad beträgt. Und dies ist nur die "abgespeckte" Version. Bei diesem abenteuerlichen Rundgang werden "nur" zwei von insgesamt sieben Geschossen der größten Bunkeranlage Berlins gezeigt. Die "harte" Version verlangt schon fast "alpines" Können.

Von außen macht die Flakturmruine heute einen beschaulichen Eindruck. Umgeben von einem beliebten Rosengarten erhebt sich ein mit Bäumen bewachsener Hügel mitten in Berlin. In sanften Serpentinen schlängeln sich die auch bei Joggern beliebten Wege nach oben, bis man plötzlich vor einem Betonmonstrum steht. Wer allerdings denkt, auf dem Hügel würde ein Bauwerk stehen, irrt genauso wie der Autor - der Hügel ist das Bauwerk, nur die Türme schauen noch raus. Die ursprünglichen Eingänge sind verschüttet. Heute geht man von oben hinein. Der Flakbunker war nicht nur zur Abwehr von Bombern gedacht, er war auch gleichzeitig Schutzbunker für die Berliner.

Der erste Eindruck innen ist unbeschreiblich - als hätten Riesen mit Vorschlaghämmern ihre Wutanfälle ausgetobt. Aber es waren nur die mehrfachen vergeblichen Sprengversuche der Franzosen nach dem Krieg. Der Bunker ließ sich äußerlich davon nicht beeindrucken. Er sackte zwar auf einer Seite ab, aber die meterdicken Stahlbetonwände höhnten den menschlichen Versuchen. Innen jedoch bietet der Bunker heute ein beinahe surrealistisches Bild. Freitragende Abdeckungen und Brücken bieten schwindelerregende Blicke in die Tiefe. Man hat das Gefühl, die meterdicken abgeknickten Decken könnten jeden Moment vollends abbrechen und einen mitreißen.

Anhand zahlreicher Informationstafeln erläuterte der Führer uns die Geschichte des Bauwerkes. Manchmal schon zu viele Anekdoten von anderen Flakbunkern und seiner Mutter boten zum Teil auch sehr persönliche Eindrücke.

Heute ist der Bunker ein eindringliches Mahnmal und beliebtes Ausflugsziel. Gut, das er allen Zerstörungsversuchen widerstand. Er war eben - wie einige Jugendliche im Nachkriegs-Berlin in riesigen Buchstaben an einen anderen Hochbunker nach vergeblichen Sprengversuchen geschrieben hatten - "Made in Germany".

 

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