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Potsdam in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft
Für die wechselhafte Stadtgeschichte und das -bild sei nur genannt die „Geburtsstätte“ von Potsdam, eine ehemalige slawische Burg mit Wallanlage, die 993 erstmalig mit Poztupimi urkundlich erwähnt wurde. Über die Bedeutung des Wortes streiten sich die Geister bis heute. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die kriegerische Funktion des Ortes von einer religiösen abgelöst, die Heiliggeistkirche wurde dort gebaut. Leider gewann der Krieg noch mal die Oberhand und zerstörte die Kirche. Die Nutzung wechselte von der religiösen zur sozialen: Heute steht dort ein Seniorenwohnheim. Aber der Krieg konnte das Religiöse nicht ganz vernichten, die Residenz wurde in der Form der alten Kirche samt stilisiertem Turm gebaut. Weitere Erkenntnisse animierten teilnehmende Historiker zu einer Neuauflage der früher einmal diskutierten sog. Kontinuitätstheorie “von Friedrich über Bismarck zu Hitler“ in „von Friedrich über Marx zu Ulbricht“. Der Bau der Stadtmauer 1722 auch um die Flucht von Soldaten zu erschweren und das Abreißen von bürgerlichen Häusern, um Platz für Repräsentationsbauten zu haben, haben zwar einen gewissen Wiedererkennungswert, werden aber vermutlich (noch) nicht ausreichen, einen neuen Historikerstreit über die Kontinuitätstheorie auszulösen. Potsdam ist weiter in Entwicklung. Der alte Stadt-Kanal ist in Teilen schon wieder hergestellt, das Stadtschloss als neuer Landtag ist in seinen Umrissen bereits zu erkennen und die Fundamente für den Wiederaufbau der alten Garnisonkirche sind in Angriff genommen. Da wird natürlich eine Nachfolgeveranstaltung zwingend notwendig sein. Zumal wenn der Ausklang wieder so endet. Denn als 28. „Besichtigungspunkt“ stand die Einladung von Marlen und Jürgen Radtke in ihr Domizil in Babelsberg am Griebnitzsee auf dem Programm. Bei Kaffee oder Tee, Wein oder Bier, leckeren Häppchen oder Zigarette wurde noch bis in die Abendstunden diskutiert und gelacht.
Nachdenkliche Momente erzeugte der heutzutage idyllische Blick auf den schmalen See oder der anderen, der (West)Berliner Seite. Denn genau in der Mitte verlief bis vor 20 Jahren die Grenze, die dort 15 Menschen das Leben gekostet hat. Heute fahren wieder Ausflugsboote statt Grenzboote vorbei und sorgten an diesem Abend für eine ungetrübte freie Stimmung.
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